Notfallpass

Dieser Notfallpass soll dazu beitragen, die Sicherheit aller Teilnehmenden in Krisensituationen zu erhöhen. Angesprochen sind alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des KonfiCamps mit dem Ziel, die eigene Handlungsfähigkeit in Krisensituationen zu stärken.

Grundsätzlich raten wir dazu, euch in kritischen Situationen mit anderen Mitarbeitenden zu beraten und Umstehende zur Hilfe zu holen. Konfis sollten in den meisten Fällen eher beiseite genommen und von einer außenstehenden Person betreut werden. Wenn sie Informationen haben, die in der Akutsituation relevant sein können oder wichtige emotionale Unterstützung leisten können, kann es aber auch ratsam sein, sie einzubeziehen.

Die unterschiedlichen Notfälle wurden in drei Kategorien eingeteilt:

  • kriminelle Notfälle
  • Notfälle im Zusammenhang mit Feuer, Technik und Wetter
  • soziale und medizinische Notfälle

Campleitung

Bitte wendet euch bei jedem Verdachtsmoment, der schnelles Handeln erfordert an uns:  

Lea Weber             0170 7038236 (zentrale Notfallnummer)

Peter Stoppe          0160 2479022

Tobias Heise          0176 73888525

Akademie-Direktor im Hintergrund:

Christoph Maier      0163 7766745

Notrufnummern

Polizei        110
Polizeidirektion Wittenberg         09321 20304
Feuerwehr u. Rettungsdienst        112
Ärztlicher Bereitschaftsdienst        116 117
Giftnotruf            0361 730730
Sozialpsychiatrischer Dienst0341 9999 0001
Telefonseelsorge        0800 1110111
0800 1110222

Ansprechpersonen des Camps

Erste Hilfe-Team        0177 5882284
Offenes Ohr-Team     0177 5908803  
Info-Point (bitte bei jeder Krankenhausfahrt informieren)0157 56609542

Unser Standort / Zufahrt für Rettungskräfte

„KonfiCamp“ am Johannes-Runge-Weg, Zufahrt über die Nordendstraße


Inhaltsverzeichnis

1. Kriminelle Notfälle

Einbruch / verdächtige Person auf dem Gelände

Verdächtiger Gegenstand

Bedrohung o. Gewaltandrohung von außen

2. Notfälle im Zusammenhang mit Feuer, Technik und Wetter

Explosion

Feuer

Strom und elektrische Geräte: Fehlfunktionen

Unwetterwarnung

3. Soziale und medizinische Notfälle

Medizinische Notfälle allgemein

Panikattacke

Vermisste Person

Suizidandrohung / Androhung von Selbstverletzung

Wespenschwarm/-stich

Verdacht auf sexuellen Missbrauch o. übergriffiges Verhalten

1.   Kriminelle Notfälle

Einbruch / verdächtige Person auf dem Gelände

  1. Abstand zur verdächtigen Person halten (Selbstschutz!)
  2. Andere mitarbeitende Personen dazuholen
  3. Campleitung informieren
  4. Konfis/Minderjährige im nahen Umfeld aus der Gefahrensituation und in Sicherheit bringen
  5. Personen zur Betreuung der Konfis definieren, die nicht in Kommunikation nach außen eingebunden sind
  6. In Sicht- und Hörweite der Konfis Ruhe bewahren, keine Panik ausstrahlen
  7. Keine Spuren verändern
  8. Gedankenprotokoll schreiben
    1. Personenbeschreibung
    1. Uhrzeit
    1. Handlungen und ggf. Aussagen der Täter*innen

Bedrohung o. Gewaltandrohung von außen

  1. Abstand zur verdächtigen Person halten (Selbstschutz!)
  2. Andere mitarbeitende Personen dazuholen
  3. Campleitung informieren
  4. Konfis/Minderjährige im nahen Umfeld aus der Gefahrensituation und in Sicherheit bringen
  5. Personen zur Betreuung der Konfis definieren, die nicht in Kommunikation nach außen eingebunden sind
  6. In Sicht- und Hörweite der Konfis Ruhe bewahren, keine Panik ausstrahlen
  7. Keine Spuren verändern
  8. Gedankenprotokoll schreiben
    1. Personenbeschreibung
    1. Uhrzeit
    1. Aussagen und Handlungen der Täter*innen festhalten

Verdächtiger Gegenstand

  1. Abstand zum verdächtigen Gegenstand halten (Selbstschutz!)
  2. Andere mitarbeitende Person dazuholen
  3. Campleitung informieren
  4. Konfis/Minderjährige im nahen Umfeld in Sicherheit bringen
  5. Personen zur Betreuung der Konfis definieren, die nicht in Kommunikation nach außen eingebunden sind
  6. In Sicht- und Hörweite der Konfis Ruhe bewahren, keine Panik ausstrahlen
  7. Keine Spuren verändern

2.   Notfälle im Zusammenhang mit Feuer, Technik und Wetter

Explosion

  1. Abstand zur Gefahrenquelle halten (Selbstschutz!)
  2. Gefahrenbereich nach Verletzten absuchen
  3. Campleitung informieren
  4. Bei Verletzten oder anhaltender Gefahr (z.B. durch Gefahrstoffe oder Feuer) Notruf 112
  5. Bei kleinerem Brand ggf. Löschversuch unternehmen

Feuer

  1. Bei kleinem Brand Löschversuch starten (Selbstschutz!)
  2. Bei größerem Brand Feuerwehr informieren – Notruf 112
  3. Campleitung informieren
  4. Konfis/Minderjährige aus dem Gefahrenbereich bringen und an einem ruhigen Ort betreuen (lassen)

Strom und elektrische Geräte: Fehlfunktionen

z.B. starke optische Beschädigungen, Feuchtigkeit am Kontakt

  1. Fehlerhaftes Gerät oder Stromkabel nicht berühren
  2. Keine Reparaturversuche unternehmen
  3. Campleitung informieren
  4. Gefahrenbereich absichern und Abstand halten

Unwetterwarnung

  1. Zelteingänge und -fenster schließen
  2. Lose Gegenstände im Zeltdorf in Sicherheit bringen
  3. Auf Anweisungen der Mitarbeitenden u. Campleitung warten
  4. Im jeweiligen Unterzentrum sammeln

3.   Soziale und medizinische Notfälle

Medizinische Notfälle allgemein

  1. Prüfen, ob die Person ansprechbar ist
  2. Wenn die Situation als sehr kritisch eingeschätzt wird (z.B. nicht ansprechbar, kein Puls, kein Atem, Krampfanfall)
    1. Notruf 112 wählen und im Anschluss das Erste Hilfe-Team rufen
    1. Erste Hilfe-Maßnahmen starten
  3. Wenn die Situation als nicht lebensbedrohlich eingeschätzt wird
    1. Erste Hilfe-Team rufen und die betroffene Person bis dahin betreuen

Suizidandrohung / Androhung von Selbstverletzung

Alle Suizid-Androhungen oder Androhungen von Selbstverletzung immer ernst nehmen und melden.

  1. Bei Verdacht oder Hörensagen
  2. Sofort mit der Person sprechen (alternativ Offenes Ohr-Team einbeziehen) und Gefahr abschätzen
  3. Hauptteamer*in und Campleitung informieren
  4. Bei Ankündigung durch die Person
    1. Sofort mit der Person sprechen (alternativ Offenes Ohr-Team einbeziehen), Person nicht allein lassen und auf Eigensicherung achten
    1. Weitere Mitarbeiter*in dazuholen
    1. Hauptteamer*in und Campleitung informieren
    1. Ggf. Absprache mit Fachstellen (z.B. psychosozialer Notdienst)

Panikattacke

  • Betroffene Person an einen ruhigen, schattigen Ort bringen, gemeinsam hinsetzen
  • Ggf. weitere Person informieren, die sich als Back-Up im Hintergrund hält
  • Die betroffene Person beruhigen (ihr Leben ist nicht in Gefahr!):
    • Ablenkung (z.B. „was ist deine Lieblingsfarbe?“) oder etwas zählen lassen
    • eine der Übungen unten machen
    • Die betroffene Person in die eigene Hand drücken lassen
    • Hände in kaltes Wasser halten oder Kühlpack kneten
    • Fidget-Toys/Stimulations-Spielzeug anbieten
    • Lieblingsmusik anbieten und ggf. mitsummen

4-4-8-Atmung:

  • Einatmen und bis 4 Zählen
  • Luft anhalten und bis 4 zählen
  • Ausatmen und bis 8 zählen
    -> Zähle laut für die betroffene Person mit. Dabei kann es der Person helfen, ihre Hand auf ihren Bauch zu legen und die Atemzüge zu spüren.

5-4-3-2-1-Übung:
Frage die Person nach verschiedenen Dingen:

  • 5 Dinge, die die Person sehen kann
  • 4 Dinge, die die Person mit den Händen oder Füßen berühren kann
  • 3 Dinge, die die Person hören kann
  • 2 Dinge, die die Person riechen kann
  • 1 Sache, die die Person schmeckt
  • Weitere Maßnahmen:
    • Erste Hilfe-Team und Hauptteamer*innen informieren über den Vorfall
    • Erkundigen, was der Person hilft, um weitere Attacken zu vermeiden
    • In Kontakt bleiben und regelmäßig schauen, was sie braucht

Vermisste Person

  1. Überprüfen, ob die Person tatsächlich vermisst wird und wann sie wo das letzte Mal gesehen wurde
  2. Hauptteamer*in und Campleitung informieren
  3. Gelände absuchen, ggf. andere mögliche Orte absuchen
  4. Weitere Maßnahmen der Campleitung und Hauptteamer*innen unterstützen

Wespenschwarm/-stich

  1. Mit allen Beteiligten den Ort verlassen
  2. Wespen aus Kleidung entfernen
  3. Sind Allergiker*innen betroffen? Stich im Mund? Wenn ja: 112 rufen
  4. Erste Hilfe-Team und Hauptteamer*innen informieren
  5. Stiche kühlen und beobachten, ggf. lindernde Mittel verwenden
  6. 112 rufen, wenn Folgendes eintritt:
    1. Plötzlich auftretende Atemnot
    1. Kreislaufprobleme
    1. Schwindel
    1. Ausschlag, der sich eventuell am ganzen Körper zeigt
    1. Anschwellen von Lippen, Zunge, oder Augenlidern

Verdacht auf sexuellen Missbrauch o. übergriffiges Verhalten

  1. Hinweise ernstnehmen und ihnen nachgehen
  2. Betroffene Person in Sicherheit bringen und Gespräch mit dem Offenes Ohr-Team oder anderer Vertrauensperson anbieten
  3. Fall übergeben an das Offenes Ohr-Team (koordinieren die weitere Unterstützung und Intervention, sind in Absprache mit Campleitung und Fachstellen)