Das KonfiCamp

Campplan & Lage

Das Campgelände befindet sich auf der Fläche um den Johannes-Runge-Weg im Norden Wittenbergs unter anderem auf einer Turnierfläche des Wittenberger Reitvereins. Für die Zeit des KonfiCamps wird dieser sonst öffentliche Weg für den Verkehr gesperrt und ist nur für Mitarbeitende des KonfiCamps zugänglich. Das Gelände wird durch einen Bauzaun begrenzt und von einem Sicherheitsdienst bewacht. Die gesamte Infrastruktur (Storm, Wasser, Zelte, Sanitäranlagen) werden extra für den Zeitraum des KonfiCamps aufgebaut. Auf der sogenannten Logistikfläche lagern wir unser Material, hier haben Teilnehmende keinen Zutritt.

Das Format KonfiCamp

Das Format KonfiCamp an sich ist keine neue Erfindung von uns, sondern gibt es in ganz vielen Kirchenkreisen in Deutschland. In einigen schon seit über 20 Jahren. Dabei kann man sich KonfiCamps am besten als eine Mischung aus junger Kirche, Konfi-Unterricht und Festival vorstellen. Das besondere an den Camps in Wittenberg ist deren deutschlandweite Ausrichtung. In Wittenberg treffen sich Konfis aus ganz Deutschland, um sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Gemeinsam wird gefeiert, gebeten, gesungen und gelacht und so der Evangelischen Kirche ein junges Gesicht gegeben.

Ein kleines hauptamtliches Organisationsteam und bis zu 40 ehrenamtliche StiftungsTeamer*innen pro Woche kümmern sich um die Infrastruktur und das Programm auf dem Camp. Vormittags arbeiten die Konfis in ihren Kleingruppen zu Themen rund um das Motto „trust and try – Frieden leben!“. Zusätzlich gestalten wir jede Menge sportliches, kreatives, spirituelles, witziges und spannendes Nachmittags- und Abendprogramm. Ein Highlight ist auch der gemeinsame Ausflug in die Wittenberger Altstadt. Das Campgelände bietet neben den bereits aufgebauten Schlafzelten für alle Teilnehmende und Teamer*innen, Aufenthaltszelte, Workshopzelte sowie ein großes Veranstaltungszelt, Zeltkirchen, einen Teamerbereich für die Abendstunde und vieles mehr.

KonfiCamps 2017

Ein besonders Jahr war das 500. Reformationsjubiläums 2017, wo 11 Camps mit insgesamt über 13.000 Jugendliche stattgefunden haben. Ca. 50 Volunteers (Bundesfreiwilligendienstleistende) und ca. 180 sogenannte r-Teamer*innen (ehrenamtliche Teamer*innen) haben während des Reformationssommers so viele Camps möglich gemacht. Seit 2018 hat die Evangelische Wittenbergstiftung die finanzielle und rechtliche Trägerschaft der KonfiCamps übernommen und es finden jährlich kleinere (bis zu 800 Teilnehmende) und nicht ganz so viele Camps statt.

Trust & Try-Channel 2017 auf YouTube

KonfiCamp 2018

Vom 05.09. – 09.09.2018 waren 550 Konfirmand*innen zusammen mit ihren Teamer*innen in Wittenberg. Zusammen haben sie den Reformationsort entdeckt, sich ausgetauscht und die Gemeinschaft unter dem Motto „trust and try – Durst nach Leben“ erlebt. Insgesamt waren 16 verschiedenen Kirchengemeinden aus 7 Landeskrichen vertreten. Ein kleines Organisationsteam und 45 ehrenamtliche StiftungsTeamer*innen haben sich um die Infrastruktur und das Programm gekümmert.

KonfiCamps 2019

Insgesamt über 1.400 Konfis & Teamer*innen aus 11 verschiedenen Landeskirchen waren über drei Camps in Wittenberg dabei. Neben dem "Friedenstag" als Highlight der KonfiCamps konnten sich die Konfis bei verschiedensten Workshops und einem abwechslungsreichen Abendprogramm ganz auf das Thema "Frieden Leben" einlassen.

Das Motto trust&try

Die Idee hinter dem Camp

Das Motto trust&try

Die KonfiCamps 2017 standen unter dem Motto trust and try. Daran wollen wir anknüpfen. trust drückt die Einladung aus, sich und anderen und Gott zu vertrauen. Wir verstehen dabei Vertrauen als eine riskante Vorleistung. Es gibt keine Garantie für gelingendes Vertrauen und doch ist es eine Erfahrung, die bedeutsam für uns Menschen ist. Dazu soll in den KonfiCamps ermutigt werden. Gefragt wird: Was brauche ich, um Vertrauen zu können? Wer ist vertrauenswürdig? Und vor allem: Wie geht das, in einer Welt zu leben, in der Menschen einander und Gott vertrauen? Unter dem Stichwort try bekommen Konfis Zeit und Raum, dies auszuprobieren, mit viel Lust, Engagement und Spaß.
trust and try wird nun zum Markenzeichen der KonfiCamps in Wittenberg. Zusätzlich wird in jedem Jahr ein neues Motto die KonfiCamps überschreiben. Der thematische Schwerpunkt 2019 ist: Frieden leben.

Konfis haben eine Beziehung zu Gott

Wir hören oft, dass die Konfis gar kein Wissen über Gott und die christliche Tradition von zu Hause mitbringen. Das entspricht auch unseren Erfahrungen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Konfis trotzdem bereits eine Beziehung zu Gott haben – auch wenn sie das selbst vielleicht gar nicht wissen. Und das hat ja auch eine theologische Evidenz: Wenn Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, wenn er sich in seinem Sohn Jesus Christus offenbart hat und durch den Heiligen Geist gegenwärtig handelt, dann kann es gar nicht anders sein, als dass alle Menschen bereits Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Sie würden das vielleicht nicht so bezeichnen, aber aus christlicher Perspektive ist es so. Unsere Aufgabe ist es dann ihnen aus der christlichen Tradition Texte, Bilder und Rituale anzubieten, die ihnen helfen ihre je eigene Beziehung zu Gott zu leben und auszudrücken. Wir haben dabei das Vertrauen, dass diese Texte, Bilder und Rituale dazu in der Lage sind.

Auf dem KonfiCamp sind alle auf Augenhöhe

Als Form evangelischer Gemeinde nehmen wir auf den KonfiCamps das Priestertum aller Getauften ernst. Bei uns gibt es zwar Unterschiede bei den Aufgaben, jedoch sind alle Konfis und alle Teamer*innen gleichwertig, egal, ob sie auf der Bühne oder hinter der Bühne stehen, egal ob sie ordinierte Pfarrer*innen oder Diakon*innen oder Ehrenamtliche sind. Bei uns wird jede*r gehört.

Musik ist eine Sprache unserer Gemeinde

Musik ist unglaublich wichtig für viele Konfis (und die meisten anderen Menschen). Deswegen ist Musik ein wesentlicher Teil der KonfiCamps. Denn Gemeinschaft, Geborgenheit und Vertrauen, also wesentliche Elemente des KonfiCamps, werden am besten durch Musik kommuniziert.

Die KonfiCamps sind ein Hybrid aus Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit

KonfiCamps sind auf Teamer*innen angewiesen. Diese sind meistens selbst ältere Jugendliche. Sie helfen mit, sie sollen auch mitbestimmen, aber sie sind keine Hauptamtlichen. Wir denken die Teamer*innen sind ein besonderer und wichtiger Teil des KonfiCamps mit eigenen Bedürfnissen.

Deswegen gibt es die Teamer*innen- Kneipe, wo sie abends einfach mal für sich sein können. Außerdem bieten wir dieses Mal die Gelegenheit als KlebeStift(unngsTeamer*in) hinter die Kulissen des KonfiCamps zu schauen und später vielleicht selbst einmal Stiftungsteamer*in zu werden. Und wir bitten die Hauptteamer*innen darauf zu achten, dass die Gemeindeteamer*innen die Balance zwischen Spaß und Arbeit halten und sie einen angemessenen Teil der Verantwortung tragen.

KonfiCamp ist eine Gemeinde

Wir sind der Überzeugung, dass KonfiCamps zwar anders funktionieren als Ortsgemeinden, jedoch theologisch gesehen Gemeinden auf Zeit sind. Das heißt, wir beziehen unser Programm nicht auf die Ortsgemeinde, wo dann das vermeintlich „richtige“ christliche Leben stattfindet, sondern wir nehmen uns selbst und die Konfis als Gemeinde auf Zeit ernst. Wir nutzen den ungewohnten Ort und die verdichtete Zeit um Neues auszuprobieren. Das ist hier leichter als zu Hause. Vielleicht kann die ein oder andere Idee, Form oder Methode ja auch den Weg in die Ortsgemeinde finden? In jedem Fall gilt: KonfiCamps sind Kirche.


Auf KonfiCamps weht der Geist der Nächstenliebe

Da wir wirklich Gemeinde sind, möchten wir auf den KonfiCamps auch im Geist des Evangeliums miteinander umgehen. Wir wollen alle Menschen respektieren, gleich welche Meinung sie vertreten, wie sie aussehen oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Hier soll niemand beleidigt oder mutwillig verletzt werden. Wir möchten keine psychischen oder physischen Grenzverletzungen erleben. Wir wollen, dass auf dem Camp alle freundlich miteinander umgehen

Lebenslust, Verlässlichkeit und Vertrauen sind die Bausteine der KonfiCamps

Wiederkehrende Rituale und eine feste Tagesstruktur geben allen Konfis und Teamer*innen Verlässlichkeit - gerade in einem unbekannten Umfeld mit vielen zu Beginn noch unbekannten Gesichtern. Die KonfiCamps gestalten bewusst Orte, Räume und Zeiten durch wiederkehrende Strukturen und Rituale. Dabei besitzen alle Programmpunkte, ob Vormittagseinheiten, Nachmittagsangebote, Wittenbergausflug, Abendshows oder Nachtkirchen die gleiche Relevanz. Die Begegnung Gottes mit uns hat auch mit Lebenslust und guter Lebensqualität zu tun, und die kann und sollte bunt und vielfältig sein.

Die KonfiCamps in Wittenberg haben eine besondere Beziehung zur Stadt der Reformation

Die KonfiCamps finden natürlich deswegen in Wittenberg statt, weil wir wollen, dass Konfis einen der wichtigsten Orte der Reformation kennenlernen können. Auf dem Camp soll es v.a. um den Geist der Reformation gehen. Aber die Geschichte der Reformation ist auch wichtig. Deswegen können alle Gruppen je einen Nachmittag in der Wittenberger Altstadt verbringen. Spätestens seit 2017 gibt es viele gute Angebote für jungen Jugendliche, die ihnen das Anliegen der Reformation nahebringen. Wir stellen euch ein Besuchsprogramm zusammen.

Programmübersicht

Die Wochenübersicht

Der Vormittag

Unsere KonfiCamps sind auch eine Bildungsveranstaltung. Konfis sollen hier existentiell und inhaltlich ihren Glauben bilden können. Dem soll das ganze KonfiCamp dienen und die Vormittagseinheiten bilden einen Schwerpunkt. Sie werden thematisch eingeleitet im Großzelt mit allen Gruppen gemeinsam. Das geschieht durch Moderator*innen und Filme, die das jeweilige Thema in der Erfahrungswelt der Konfis präsentieren. Danach arbeiten die Konfis in ihren von zu Hause gewohnten Gruppen weiter. Dafür haben wir detaillierte Ablaufpläne ausgearbeitet. Diese dienen der Orientierung. Die Verantwortung für die Vormittagseinheiten tragen die Pfarrer*innen, Gemeindepädagog*innen, Diakon*innen und Teamer*innen, die das auch zu Hause tun. Dafür haben wir uns ganz bewusst entschieden. Denn Lehren und Lernen ist ein Beziehungsgeschehen und wer kennt die Konfis besser als ihre Hauptamtlichen? Außerdem möchten wir der religionspädagogische Kompetenz der Hauptamtlichen und Teamer*innen Raum geben. Das bedeutet aber auch: Die Haupt- und Gemeindeteamer*innen müssen sich die Vormittagseinheiten gründlich erarbeiten und ggf. an ihre Gruppe anpassen. Das KonfiCamp ist eben eine große Gemeinschaftsaufgabe – auch am Vormittag. Die Vormittagseinheiten ändern sich jedes Jahr, da sie sich an der jeweiligen Jahreslosung orientieren.

Der Nachmittag

Der Nachmittagsbereich gilt auf den KonfiCamps als kreativer und sportlicher Ausgleich zu den Vormittagseinheiten. Gleichzeitig knüpft er an die Inhalte des Vormittags an. Für jede und jeden wird in dem großen Pool etwas dabei sein. Die Konfis werden donnerstags bzw. freitags in den rund 16 angebotenen Workshops auf unterschiedliche Art und Weise Neues kennenlernen und sich ausprobieren können. Ziel der Workshops ist es, sich frei nach dem Motto trust and try – Frieden leben mit den Themen des Vormittags auseinanderzusetzen und Gemeinschaft zu erleben. Die Leitung der Workshops übernehmen die StiftungsTeamer*innen.

Im Anschluss daran wird der Markt der Möglichkeiten eröffnet – dieses bunte Treiben konzentriert sich vor allem auf die Plaza, dem Platz vor dem Großzelt. Dort wird es verschiedene Spiel und Sportangebote geben.

Am Donnerstag und Freitag verbringt jeweils die Hälfte der Teilnehmenden den ganzen Nachmittag in der historischen Altstadt Wittenbergs. Dort erleben sie die authentischen Orte der Reformation und besuchen das Asisi-Panorama „LUTHER 1517“. Begleitet werden sie dabei durch das Stadterkundungsspiel „Luthopia“.

Der Abend

Ab 20:00 Uhr wird es wieder lebendig: Musik umrahmt die Abendshows. Im großen Veranstaltungszelt, wo am ersten Tag alle gemeinsam begonnen und am letzten Abend alle Gottesdienst miteinander feiern, geht es vor allem darum: Witzig. Laut. Jung. Lebendig. Aktuell. Party. Alle kommen zusammen.

Der Friedenstag

Das Highlight 2019

„Sucht Frieden und jagt ihm nach!“

Die KonfiCamps in diesem Jahr stehen in der Anlehnung an die Jahreslosung 2019 („Sucht Frieden und jagt ihm nach!“ Psalm 34,15) unter dem Motto trust and try - Frieden leben! Gemeinsam werden wir uns in den 5 Tagen in Wittenberg mit den Fragen auseinandersetzen: Was bedeutet Frieden für meine Mitmenschen und mich? Wie kann ich mit Gott und mit mir in Frieden leben? Und was kann jede / jeder Einzelne von uns dazu beitragen, Frieden zu stiften?

Als ganz besonderes Projekt werden wir in diesem Jahr zum ersten Mal an den Campsamstagen einen gemeinsamen Friedenstag veranstalten und feiern. In einem abwechslungsreichen Workshopprogramm werden sowohl die Konfis als auch alle Teamer*innen zu großen Friedensstifter*innen. Dabei werden wir zusammen eines der größten Multiplikator*innen-Ausbildungsaktionen starten.

Lernwerkstatt KonfiCamp

Unter dem Motto „Frieden stiften“ wollen wir am Samstag verschiedene Perspektiven des Friedens kennenlernen und dies ganz praktisch umsetzen. Ziel dieses Friedenstages soll es sein, zu vermitteln, wie jede und jeder einzelne einen kleinen Beitrag, als Individualperson oder in Gruppen leisten kann, um Frieden zu stiften: Dazu verweben wir die Vormittagseinheit mit den Workshopangeboten am Nachmittag zu einem großen gemeinsamen Workshopprogramm, welches jeweils in den verschiedenen Zeltdörfern stattfindet. Zeitgleich werden in den 7 Zeltdörfern ungefähr 35 Workshops stattfinden, die dazu einladen sich mit Engagement für Frieden auseinanderzusetzen. Hierfür haben wir inhaltlich ein Workshop Angebot von 7 Friedenstags - Workshops zusammengestellt.

Lernwerkstatt zu Multipilkator*innen

Wie ist es nun möglich, dass so viele Workshops zeitglich auf dem Camp stattfinden? Hierfür möchten wir die Anregungen und Rückmeldungen, die wir in den vergangenen zwei Jahren bekommen haben, gerne aufgreifen und alle Teamer*innen, egal ob GemeindeTeamer*innen, HauptTeamer*innen und StiftungsTeamer*innen, stärker miteinander vernetzen. Denn es besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, sich in unserer großen Lernwerkstatt zu Multiplikator*innen in den einzelnen Workshops des Friedenstages weiterbilden zu lassen (dies geschieht direkt auf den Camps). Dabei wünschen wir uns, dass eine große experimentelle Spielwiese entsteht, auf der alle die Möglichkeit haben, Impulse zu setzen, Neues zu lernen und dies auch zurück in ihre Gemeinden und Wirkungsorte zu tragen.