Die Vormittagseinheiten 2019

Frieden leben

Wir haben uns entschieden, dass die KonfiCamps in Wittenberg immer unter dem Motto “trust and try” stehen. Trust and try beschreibt insofern den (evangelischen) Spirit der KonfiCamps. Inhaltlich wollen wir uns jedes Jahr einem anderen Thema zuwenden. In diesem Jahr lautet unser Camp-Motto entsprechend “Frieden leben”.

Frieden leben? Das soll das Motto sein? Aber ist das Christentum nicht immer eher eine Religion gewesen, die zur Gewalt neigte? Man denke nur an die Kreuzzüge, an die Hexenverbrennungen, an die Bauernkriege und die Segnung der Waffen im ersten Weltkrieg. Ja, das stimmt. Alle Religionen und auch das Christentum sind immer wieder zur Rechtfertigung von Gewalt gebraucht (wir würden sagen: missbraucht) worden. Ist es also so, dass die Welt ohne Religionen friedlicher wäre, wie John Lennon in seinem Song “Imagine” erträumte? Ein Blick in die Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt allerdings, dass zur Rechtfertigung von Gewalt keine Religion notwendig ist. Nationalismus, Faschismus, Kommunismus und andere nicht- religiöse oder gar atheistische Ideologien taugen dazu ebenso gut. Und wenn man sich die Namen von bekannten Ikonen des Friedens ins Gedächtnis ruft – Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Bischof Desmond Tutu, der Dalai Lama, u.a. – dann fällt doch auf, dass es sich hier um ausgesprochen religiöse Menschen handelte. Wenn man davon ausgeht, dass diese Menschen im Einklang mit ihrer religiösen Tradition gelebt und gehandelt haben, dann muss man wohl davon ausgehen, dass Religionen – also auch das Christentum – Potential zum Frieden, sogar zum Frieden stiften haben. Dieses Potential wollen wir auf diesem Camp aktivieren.

Die Vormittagseinheiten

Donnerstag

Am Donnerstag geht es unter dem biblischen Leitspruch „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ 3. Mose 19,19 darum in einem konkreten Konflikt zwischen zwei Schülern die Positonen zu verstehen. Dieser Konflikt wird zunächst im Großzelt mit Hilfe von zwei Moderatorinnen und Snapchat- Videos nah an der Lebenswelt der Konfis erzählt. Dann gehen die Konfis in ihre Gemeindegruppen. Hier arbeiten wir zunächst mit Mitteln der Theaterpädagogik, um den Konfis eine Identifikation mit den Akteuren zu ermöglichen. Dann können die Konfis biblische Friedencoaches aufsuchen, um sich von ihnen beraten zu lassen. Dafür haben wir Mose, David und Ruth ausgewählt. Sie werden von Gemeindeteamer*innen gespielt. Zum Schluss werden die Konfis kreativ und entwickeln eine Friedensbotschaft und ein Zeichen des Friedens. Die amerikanischen Ureinwohner*innen hatten dafür die Friedenspfeife. Wer weiß, was unseren Konfis dazu einfällt?

Freitag

Der Freitag steht unter dem Vers „Denn er ist unser Friede“ Epheser 2,14. In der Anmoderation im Großzelt werden durch Snapchat- Videos verschiedene Gottesbilder vorgestellt. Dann in den Gemeindegruppen geht es darum, biblische Gottesbilder kennenzulernen und anzuwenden. Konkret produzieren die Konfis einen kleinen Film (wir nennen ihn ´PaperClip´), der einen alltäglichen Konflikt darstellt und diese Situation in Verbindung mit Gott bringt. Wir sind gespannt auf die Gottesbilder der Konfis und welche Verbindung sie zu ihrem Alltag ziehen. Wir beenden diese Einheit mit einem Agapemahl, das uns an das Abendmahl erinnert. Denn das Abendmahl ist das ultimative christliche Zeichen für Frieden zwischen den Menschen und zwischen Gott.

Samstag

Der Samstag ist besonders, weil wir hier unseren KonfiCamp- Friedenstag begehen. An diesem Tag inspiriert uns die Verheißung „Selig sind die Frieden stiften.“ Matthäus 5,9. Der gemeinsame Start im Großzelt führt die Konfis zu einer Vision eines Ortes des Friedens. In ihren Gemeindegruppen überlegen die Konfis konkret, welche Gebäude eigentlich zu einer Ortschaft des Friedens gehören müssten. Vielleicht ein Fußballstadion, um dort bei Fairplay Spaß zu haben? Oder ein Theater? Oder eine Schule, oder vielleicht gerade keine Schule?  Wir sind gespannt. Nachdem dieser Ort mit einfachen Mitteln als Modell gebaut wurde, geht es vom Denken ins Machen. In mehreren Workshops können die Konfis konkret Fähigkeiten entwickeln auf unterschiedliche Weise Frieden zu stiften. Mehr dazu beim Friedenstag.


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